Wirkung & Verantwortung

Psychische Gesundheit
verdient Vorsorge.

Unsere Vision: Vorsorge ist eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung, die wir gemeinsam ganz selbstverständlich übernehmen.

Das ruft Familien genauso in die Pflicht wie Schulen, Arbeitgeber und Gemeinden. Nicht alles ist Aufgabe des Gesundheitssystems und des Staats. Beide sind aber gefragt, Prävention verlässlich zu finanzieren und Unterstützung für alle erreichbar zu machen.

Wir brauchen Strukturen, die psychische Gesundheit wahrscheinlicher machen. Dazu gehören verlässliche Beziehungen und gute Lebens- und Arbeitsbedingungen genauso wie individuelle Handlungsmöglichkeiten.

Unsere Wirkungsziele

Was sich im Leben verändern soll.

Ein Vorsorgetermin soll so selbstverständlich werden wie andere Termine, mit denen wir uns um unsere Gesundheit kümmern. Auch dann, wenn gerade alles gut läuft.

Prävention im Alltag verankern

Zwischen Arbeit, Einkaufen und Kinder-ins-Bett-Bringen bleibt die eigene Erholung leicht übrig. Im Vorsorgegespräch geht es darum, ihr wieder Platz zu geben: Was tut gut, was fehlt und was lässt sich im Alltag tatsächlich verändern?

Zum Beispiel: Aus "Ich müsste mich öfter bewegen" wird ein fester Spaziergang mit einer Freundin.

Menschen früher erreichen

Wir wollen besonders jene erreichen, die von sich aus nie einen Therapie- oder Beratungstermin vereinbaren würden. Manche denken "So schlimm ist es bei mir nicht", andere sehen einfach keinen Anlass. Mit einem vertrauten Vorsorgetermin geben wir ihnen einen Einstieg, bei dem sie kein Problem vorweisen müssen.

Das Ziel: Ein Vorsorgetermin wird auch für Menschen selbstverständlich, die Beratung bisher nie in Betracht gezogen haben.

Selbstverständnis statt schneller "Labels"

Was beschäftigt mich, was brauche ich und was hat mein Alltag damit zu tun? Das Gespräch verbindet die Selbsteinschätzung mit dem Leben eines Menschen. So bekommen Erschöpfung, Unsicherheit oder Konflikte einen Zusammenhang. Auch die Frage, ob eine fachliche Abklärung hilfreich ist, hat hier ihren Platz.

Das Ziel: Eigene Bedürfnisse besser verstehen und ernst nehmen.

Beziehungen und Handlungsspielraum stärken

Wer immer alle Kindertermine organisiert oder im Team jede Lücke füllt, braucht vielleicht eine andere Aufteilung. Wir schauen darauf, was jemand selbst ändern kann und wo andere mitverantwortlich sind.

Zum Beispiel: Sorgearbeit fairer verteilen, Überlastung im Team ansprechen oder wieder regelmäßig jemanden treffen.

Passende Unterstützung leichter finden

Ein Gespräch in der Familie, eine Beratungsstelle, eine Selbsthilfegruppe oder eine fachliche Abklärung: Wir besprechen, was zum Anliegen passt und an wen man sich konkret wenden kann.

Das Ziel: Die passende Unterstützung finden, auch wenn sie aus unserem Angebot hinausführt.

Finanzielle Hürden senken

Über Vorsorge füreinander sind nach verfügbarem Budget vergünstigte oder vollständig finanzierte Termine möglich. Alle erhalten die gleiche persönliche Vorsorgeleistung. Wer sich erst einmal damit vertraut machen möchte, kann den kostenlosen Kurz-Check nutzen.

Das Ziel: Frühe Vorsorge wird auch für Menschen mit wenig finanziellem Spielraum erreichbar.

Gesundheit ist mehr als Durchhalten.

Manchmal ist der wichtigste Schritt, eine Aufgabe abzugeben oder sich Hilfe zu holen. Mehr zu leisten ist kein vorgegebenes Ziel der Vorsorge.

Unser Wirkungsmodell

Vom Vorsorgetermin
zur Veränderung im Alltag.

Was wir einsetzenRessourcen · Input
  • Beratungskompetenz
  • Zeit und geschützter Gesprächsraum
  • Digitale Selbsteinschätzung
  • Verständliche Informationen
  • Mittel für solidarischen Zugang
  1. Unser Tun · Aktivitäten

    Früh hinschauen

    • Zur Vorsorge einladen
    • Ressourcen, Belastungen und Lebensbedingungen besprechen
    • Vorhaben und passende Unterstützung gemeinsam klären
  2. Unsere Leistungen · Output

    Etwas in der Hand

    • Durchgeführte Vorsorgegespräche
    • Persönliche Profile und konkrete Empfehlungen
    • Zugängliche Informationen und unterstützte Termine
  3. Kurzfristiges Ziel · Outcome

    Sich besser verstehen

    • Eigene Bedürfnisse und Belastungen erkennen
    • Wissen, was gut tut und wer helfen kann
    • Persönliche Möglichkeiten und gemeinsame Aufgaben unterscheiden
  4. Ziel im Alltag · Outcome

    Etwas verändern

    • Erholung einplanen und Beziehungen pflegen
    • Unterstützung nutzen und Verantwortung fairer teilen
    • Einen Vorsorgetermin selbstverständlich finden
  5. Unsere Vision · Gesellschaftliches Ziel · Impact

    Psychische Gesundheit ist die Aufgabe von uns allen!

    Vorsorge ist selbstverständlich. Zugängliche Unterstützung ist verfügbar und gesundheitsfördernde Lebensbedingungen stärken Wohlbefinden und ermöglichen eine wehrhafte Demokratie.

Orientierung ist Teil der Vorsorge

Welche Unterstützung passt wofür?

Gesundheit pflegen, eine Lebensfrage klären oder Beschwerden behandeln: Je nach Anliegen sind unterschiedliche Fachpersonen die richtige Anlaufstelle.

Mentale Vorsorge: psychosoziale Prävention und Beratung

Unser Angebot verbindet Selbsteinschätzung, Vorsorgegespräch und persönliches Profil im Rahmen der Lebens- und Sozialberatung. Wir nehmen uns Zeit für Ressourcen, Beziehungen, Lebensgestaltung und den Umgang mit Belastung. Wenn weitere Unterstützung sinnvoll ist, besprechen wir konkrete Anlaufstellen.

Das Vorsorgeprofil ist eine persönliche Orientierung, kein medizinischer oder klinisch-psychologischer Befund und keine Diagnose. Diagnostik und Behandlung erfolgen bei den dafür qualifizierten Fachpersonen.

Zum fachlichen Hintergrund · Methodik und fachliche Einordnung

Psychosoziale Beratung
Unterstützt bei Lebensentscheidungen, Beziehungskonflikten und persönlichen oder beruflichen Belastungen. Es geht um Lebensgestaltung, Entlastung und neue Handlungsmöglichkeiten. Mehr dazu
Gesundheitspsychologie
Fördert Gesundheit und beugt Erkrankungen vor. Sie arbeitet an Gewohnheiten und Lebensbedingungen, etwa beim Umgang mit Stress, und umfasst auch gesundheitspsychologische Diagnostik und Beratung. Mehr dazu
Klinische Psychologie & Diagnostik
Klinische Psycholog:innen klären psychische Beschwerden und andere klinisch-psychologische Fragestellungen ab, erstellen Befunde und bieten klinisch-psychologische Behandlung an. Mehr dazu
Psychotherapie
Behandelt psychische Erkrankungen und Leidenszustände mit psychotherapeutischen Methoden. Auch persönliche Entwicklung und Prävention können Teil der Arbeit sein. Mehr dazu
Psychiatrie
Das medizinische Fachgebiet für psychische Erkrankungen: Psychiater:innen diagnostizieren, behandeln und können Medikamente verordnen. Sie arbeiten auch ambulant. Mehr dazu
Hausärztliche Abklärung
Eine erste Anlaufstelle bei Beschwerden wie anhaltender Erschöpfung oder Schlafproblemen. Hausärzt:innen klären mögliche körperliche Ursachen ab und koordinieren bei Bedarf weitere Unterstützung. Mehr dazu
Österreich im Blick

Sechs Zahlen, die uns beschäftigen.

Wen erreichen Informationen zur psychischen Gesundheit? Wo fehlen Orientierung, Entlastung und Kontakt? Diese Zahlen zeigen verschiedene Seiten des Alltags und der Gesundheitsversorgung in Österreich.

Auch eine frühere österreichische Erhebung zeigt die Bedeutung des Themas: 22,7 % der Teilnehmenden hatten im Jahr vor der Untersuchung eine psychische Erkrankung. Die Studie untersuchte 18- bis 65-Jährige in Privathaushalten; erhoben wurde 2015/16. Quelle und Einordnung

Menschen erreichen · Erhebung 2023

14 %

der Befragten ab 16 Jahren gaben an, sich nie mit Informationen und Angeboten zur psychischen Gesundheit zu beschäftigen.

GÖG, Panel Gesundheitsförderung; 1.102 Antworten, österreichische Wohnbevölkerung. Quelle

Orientierung finden · Erhebung 2020

39 %

fanden es schwierig, herauszufinden, wer ihnen bei der Orientierung im Gesundheitssystem helfen kann.

GÖG / ÖPGK, HLS19-AT; 2.967 Befragte ab 18 Jahren. Quelle

Verbunden sein · 2. Quartal 2025

28 %

der 18- bis 74-Jährigen fühlten sich in den vier Wochen vor der Befragung zumindest manchmal einsam.

Statistik Austria, "So geht’s uns heute". Quelle

Arbeitsbedingungen · Erhebung 2020

38,3 %

der Erwerbstätigen berichteten von starkem Zeitdruck oder Arbeitsüberlastung als Risiko für ihr psychisches Wohlbefinden.

Statistik Austria, Mikrozensus; Erwerbstätige ab 15 Jahren. Quelle

Krankenstände · 2025

11,8 %

der Krankenstandstage entfielen auf psychische und Verhaltensstörungen.

WIFO, Fehlzeitenreport 2026; unselbständig Beschäftigte in Österreich. Quelle

Prävention finanzieren · 2024

2,3 %

der öffentlichen laufenden Gesundheitsausgaben wurden für Prävention ausgewiesen.

Statistik Austria, Gesundheitskonten (SHA); Prävention insgesamt, eigene Anteilsberechnung. Quelle und Rechnung

Wirkung nachvollziehen

Woran wir unsere Arbeit messen.

Uns interessiert, wen wir erreichen und was nach dem Gespräch im Alltag ankommt.

Neue Zugänge
Erstmals genutzte Beratung; Vorsorge ohne akuten Anlass; Bereitschaft, sich wieder Zeit dafür zu nehmen.
Konkrete Veränderungen
Umgesetzte Vorhaben, spürbare Entlastung und verlässliche Unterstützung im Alltag.
Verstanden werden
Rückmeldungen zur persönlichen Einordnung, zu hilfreichen Gesprächen und zu Erfahrungen, die verunsichert haben.
Passende Unterstützung
Konkrete Weiterempfehlungen, daraus entstandene Kontakte und tatsächlich genutzte Hilfe.
Solidarischer Zugang
Genutzte vergünstigte oder vollständig finanzierte Termine und das dafür eingesetzte Budget.
Sozialunternehmerischer Anspruch

Gemeinsame Verantwortung.
Ganz praktisch.

Wir bauen Mentale Vorsorge auf, damit ein Vorsorgetermin selbstverständlich wird und mehr Menschen Zugang dazu finden. Bezahlte Termine finanzieren die Beratungsarbeit. Über "Vorsorge füreinander" werden zusätzliche Beiträge und eigenes Engagement zu vergünstigten oder vollständig finanzierten Terminen.

Unsere Empfehlungen richten sich danach, was einem Menschen hilft. Das kann ein weiterer Termin sein, eine andere Fachperson oder ein Gespräch zu Hause darüber, wer künftig welche Aufgaben übernimmt. Persönliche Angaben bleiben vertraulich; Arbeitgeber erhalten keine individuellen Antworten oder Vorsorgeprofile.

Für den sozialunternehmerischen Aufbau orientieren wir uns an den Kriterien von SENA: gesellschaftlicher Zweck, ein langfristig finanzierbares Angebot und nachvollziehbare Verantwortung für die eigene Arbeit.

Quellen & Grundlagen

Zum Nachlesen.

Quellen der sechs Datenkarten geprüft am 23. September 2026; Prävalenzkontext ergänzt am . Das jeweilige Datenjahr steht bei der Zahl.

  1. GÖG 2024: Psychotherapie als Sozialversicherungsleistung, S. 53Öffentliche Wiedergabe des Ergebnisses von Wancata 2017: 22,7 % Ein-Jahres-Prävalenz. Originalbericht S. 17, Tabelle 3; 1.008 Teilnehmende. Feldarbeit Juni 2015 bis Juni 2016, Zielpopulation 18–65 Jahre in Privathaushalten mit ausreichenden Deutschkenntnissen. Originalpublikation zur Stichprobenmethodik. Historischer Bevölkerungsbefund, keine aktuelle Prävalenzmessung für 2026 und kein Wirksamkeitsnachweis für Mentale Vorsorge.
  2. GÖG: Psychosoziale Gesundheitskompetenz der österreichischen BevölkerungFactsheet Mai 2024, Seiten 1–2. Panel Gesundheitsförderung, Welle 2/2023; 1.102 gültige Antworten zur Beschäftigung mit Informationen und Angeboten, gewichtet, Wohnbevölkerung ab 16 Jahren. 14 % antworteten "nie".
  3. GÖG / ÖPGK: Navigationskompetenz im GesundheitssystemFactsheet 2022, Seite 1. Telefonbefragung März bis Mai 2020. 39 % beziehen sich auf die Frage nach Unterstützung bei der Orientierung.
  4. Statistik Austria: Einsamkeit in ÖsterreichVeröffentlicht am 23. Dezember 2025. "So geht’s uns heute", 2. Quartal 2025, Alter 18 bis 74 Jahre.
  5. Statistik Austria: Arbeitsbezogene Gesundheitsprobleme 2020Seite 47, Grafik 13: psychische Gesundheitsrisiken am Arbeitsplatz, Erwerbstätige ab 15 Jahren.
  6. WIFO: Fehlzeitenreport 2026Seite 44, Übersicht 1.7, Datenjahr 2025. Quelle: Sozialversicherung, WIFO-Berechnungen.
  7. Statistik Austria: GesundheitsausgabenÖffentliche laufende Gesundheitsausgaben 2024: 43.793 Mio. Euro, davon 1.025 Mio. Euro Kategorie Prävention. Eigene Rechnung: 1.025 / 43.793 × 100 = rund 2,3 %. Prävention aller Gesundheitsbereiche nach SHA, keine gesonderte Kennzahl für psychische Gesundheit.
  8. WKO: Tätigkeitskatalog Lebens- und SozialberatungPsychosoziale Beratung, Lebensgestaltung, Beziehungen und Handlungsmöglichkeiten.
  9. Gesundheitsportal: GesundheitspsychologieGesundheitsförderung, Prävention, gesundheitspsychologische Diagnostik und Beratung.
  10. Gesundheitsportal: Hilfsmöglichkeiten für die PsycheÄrztliche Hilfe, Klinische Psychologie, Gesundheitspsychologie und Psychotherapie.
  11. Gesundheitsportal: PsychotherapieBerufsbild und Aufgaben.
  12. aws: Leitfaden für einen WirkungsberichtGrundlage für die Gliederung des Wirkungsmodells.