Fragebögen liefern Hinweise.
Das Gespräch gibt ihnen Kontext.
Wir nutzen wissenschaftlich untersuchte Selbsteinschätzungen dort, wo sie etwas beitragen. Sie liefern Hinweise, die wir uns vorab ansehen und im persönlichen Gespräch gemeinsam einordnen.
Früher sichtbar machen, was sich im Alltag leicht versteckt.
Belastung ist nicht automatisch Krankheit. Trauer, Angst oder Überforderung können zu einer schwierigen Lebensphase gehören. Wir schauen deshalb auf den Zusammenhang: Was ist passiert, wie lange geht das schon so und wie wirkt es sich im Alltag aus?
Psychosoziale Gesundheit hängt auch mit Beziehungen, Arbeit und Lebensbedingungen zusammen. Körperliche Beschwerden, fehlende Zugehörigkeit und soziale Isolation beziehen wir in die Einordnung ein. Auffällige Antworten im Fragebogen sind ein Anlass zum Nachfragen. Sie bedeuten für sich genommen weder eine Diagnose noch automatisch Therapiebedarf.
Zugänglichkeit ist Teil der Methodik: Das Format richtet sich auch an Menschen, die psychologische oder therapeutische Angebote bisher kaum für sich in Betracht gezogen haben.
Damit aus einem guten Gespräch ein verlässliches Format wird.
Standardisierte Selbsteinschätzung
Wo es fachlich sinnvoll ist, werden publizierte und wissenschaftlich untersuchte Verfahren eingesetzt. Eigene Fragen werden klar davon getrennt.
Strukturiertes Vorsorgegespräch
Ein Wert erklärt noch keinen Alltag. Wir besprechen die Ergebnisse im Zusammenhang mit Beziehungen, Übergängen, Belastungen und dem, was dich stützt.
Mentales Vorsorgeprofil
Belastung ist nicht automatisch Krankheit. Das Profil zeigt Belastung, Kapazität, Beziehungen und Lebensumstände nebeneinander.
Empfehlung und Weitervermittlung
Das Ziel ist eine sinnvolle nächste Entscheidung: etwas beibehalten, etwas verändern oder genauer hinschauen lassen.
Was hinter den Fragen steckt.
Ein untersuchtes Kurzscreening, eine eigene Reflexionsskala und eine Gesundheitsorientierung haben unterschiedliche Grundlagen und Aussagekraft. Wir benennen deshalb, worauf die einzelnen Teile beruhen.
Stand: September 2026. Der Fragebogen wird erprobt; das Interozeptionsmodul wird für die nächste Fassung vorbereitet.
PHQ-4 · Patient Health Questionnaire-4
Vier Fragen zu den letzten zwei Wochen: zwei zu depressiven Beschwerden (PHQ-2), zwei zu Angstbeschwerden (GAD-2). Dieser wissenschaftlich untersuchte Kurzscreen unterstützt die Entscheidung, ob eine qualifizierte Abklärung sinnvoll ist. Er stellt keine Diagnose.
Die Einzelwerte und Auslösekriterien werden in der fachlichen Vorbereitung eingeordnet. Im persönlichen Vorsorgeprofil stehen die besprochenen nächsten Schritte. Du kannst selbstverständlich nach deinen Antworten und ihrer Bedeutung fragen.
Kroenke, Spitzer, Williams & Löwe (2009): Originalpublikation
MAIA-2 · Multidimensional Assessment of Interoceptive Awareness, Version 2
Für die nächste Fragebogenfassung erproben wir drei vollständige Teilskalen: Sich-Keine-Sorgen-Machen, Selbstregulation und Vertrauen. Optional kommt die Aufmerksamkeitsregulation hinzu. Das sind zwölf plus optional sieben Originalaussagen; keine neu validierte Kurzform und kein Gesamtscore.
Die Antwortskala bleibt bei 0–5. Im Profil wird der Teilskalenmittelwert zur einheitlichen Darstellung mit 20 multipliziert: 3,5 entspricht 70/100. Das bedeutet weder einen Prozentrang noch "70 Prozent gesund".
MAIA-2-Werte tragen im Profil eine eigene Instrumentkennzeichnung und werden ohne Ziel- oder Normbereich dargestellt. Zahlen aus einzelnen Studien werden nicht als Sollbereich für eine Person übernommen. Die einheitliche Skalenlänge macht unterschiedliche Verfahren nicht austauschbar.
Mehling, Acree, Stewart, Silas & Jones (2018). © University of California, San Francisco. Deutsche Übersetzung: Michael Eggart in Kooperation mit Wolf E. Mehling, auf Basis von Boris Bornemann.
Deutsche Originalfassung & Nutzungsbedingungen · Entwicklungsstudie · Scheffers et al. (2024), Vergleichsstudie
Alkoholkonsum · an AUDIT-C angelehnte Fragen
Der bisherige Testfragebogen enthält bei entsprechenden Vorantworten drei Fragen zu Häufigkeit, Menge und größeren Trinkmengen. Sie orientieren sich am AUDIT-C, der Konsum-Kurzform des Alcohol Use Disorders Identification Test. Die genaue deutsche Fassung und ihre Einbindung werden noch abgeglichen; daraus wird derzeit kein freigegebener persönlicher Ergebniswert erzeugt.
Belastung, Kapazitäten & Lebenskontext
Unsere Fragen zu Belastung, Beziehungen, Lebensumständen, Gefühlszugang, Ressourcen und weiteren Alltagsbereichen sind eigene Entwicklungen. Die Kapazitäten sind unter anderem durch das NARM-Modell angeregt. Das macht sie nicht zu einem validierten NARM-Test; für die eigenen Skalen behaupten wir keine Bevölkerungsnormen.
Beige Bänder geben eine inhaltliche Orientierung innerhalb der Antwortskala. Der Gefühlszugang ist ein beschreibender Zugangsindex, kein Test emotionaler Intelligenz. Wahrnehmen, Regulieren, Bewegen und Verbinden führen passende Ergebnisse zusammen; sie bilden keinen neuen Gesamtwert.
Auch der kurze Radar besteht aus eigenen symptomnahen Fragen. Er unterstützt das persönliche Nachfragen und die Entscheidung über weitere Abklärung. Das Radar-Panel bleibt im internen Beratungsblatt. Eine Frage nach Suizidalität ist nicht Bestandteil des Fragebogens; daraus wird keine Aussage zur aktuellen Sicherheit abgeleitet. Persönliche Fragen können ausgelassen und das Ausfüllen jederzeit unterbrochen werden.
Empfehlungen und Studien als Orientierung
Externe Orientierungen zu Bewegung, Schlaf oder Schritten werden getrennt von eigenen Skalen gekennzeichnet. Eine Empfehlung ist kein Labor-Normbereich; ein beobachteter Zusammenhang sagt den Gesundheitszustand einer einzelnen Person nicht voraus. Gerätewerte werden mit ihrem Messkontext betrachtet.
WHO: Bewegung und sitzendes Verhalten · Die konkreten Quellen stehen zusätzlich im Quellenblatt zum Vorsorgeprofil.
Gesundheit heißt nicht, immer ruhig oder belastbar zu sein.
Kannst du auf unterschiedliche Situationen unterschiedlich reagieren? Und findest du nach Belastung wieder zur Ruhe?
Merken, was gerade los ist
Körper, Gefühle, Gedanken, Beziehungen und Lebensumstände rechtzeitig wahrnehmen.
Wieder zurückfinden
Auf Anspannung Einfluss nehmen, Erholung zulassen und nach Belastung wieder Boden bekommen.
Mehr als eine mögliche Antwort haben
Eine Strategie je nach Situation beibehalten, wechseln oder beenden können. Auch dann, wenn unangenehme Gefühle dabei sind.
Auf andere zählen können
Unterstützung erreichen und annehmen, Zugehörigkeit erleben und nach Konflikten wieder in Kontakt kommen.
Mehr Spielraum kann bedeuten, wieder neugierig zu werden, etwas auszuprobieren oder selbst zu gestalten. Auch in einer schwierigen Lebensphase.
Eine Kostprobe mit klaren Grenzen.
Der öffentliche Kurzcheck verdichtet zwölf eigene Vorsorgefragen und zeigt vier Bereiche als persönliche Momentaufnahme. Seine Antworten bleiben im Browser und werden nicht in die vollständige Vorsorge übernommen. Dafür füllst du vor dem Termin eine breitere Online-Selbsteinschätzung aus. Entscheidend für die Einordnung bleibt das persönliche Gespräch.
Eigene Antworten im Blick
Die Balken spiegeln deine Antworten wider. Sie vergleichen dich nicht mit einer Bevölkerungsnorm.
Entwicklungsorientierte Kapazitäten
Eigene Fragen richten den Blick darauf, wie gut jemand wahrnimmt, auf Anspannung Einfluss nehmen und wieder zurückfinden, beweglich reagieren und Unterstützung nutzen kann. Diese Kapazitäten können sich je nach Lebensbereich und Situation deutlich unterscheiden.
Sicherheitsfragen separat
Krisen- und Risikothemen brauchen einen definierten professionellen Prozess. Deshalb werden sie im eigentlichen Verfahren separat behandelt.
Was im persönlichen Gespräch dazukommt.
Vielleicht nutzt du ChatGPT oder andere KI-Angebote für persönliche oder gesundheitliche Fragen. Das kann beim Suchen, Sortieren und Formulieren hilfreich sein. In der Mentalen Vorsorge sitzt dir ein lebendiger Mensch gegenüber, der Resonanz wahrnimmt, aus dem Moment heraus nachfragt und Verantwortung für die Einordnung übernimmt.